PODCAST:

STEFANIE SCHUSTER IM GESPRÄCH MIT MARTIN WALKER

Während der siebten Saison von LIT:potsdam servierte Martin Walker dem Publikum in der Schinkelhalle eine Kostprobe aus seinem „Menu Surprise“, dem elften Fall von Bruno, Chef de Police. Im Podcast verrät der schottische Autor, der mit seiner Familie im Périgord lebt, welche kulinarische Verbindung zwischen dem französischen Landstrich und Potsdam besteht:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Amuse-Gueule für Krimi-Fans 

Ist es Zufall, dass es eine Marseillaise-Länge dauert, eine gute Foie Gras, eine traditionelle Gänsestopfleber, zuzubereiten? Weiß man nicht. Der Schotte Martin Walker empfiehlt jedenfalls, die Leber in gut daumendicke Streifen zu schneiden, und zwar mit einem sehr scharfen Messer, das immer wieder in kochend heißes Wasser getaucht wird. Wenn das Fett heiß genug ist, die Leber hineingleiten lassen und mit dem Absingen der Marseillaise beginnen. Wenn zu den Waffen gerufen wird („Aux armes, citoyens!“), zum Pfannenwender greifen – und einsetzen. Weitersingen, weiterbraten. Aber nur bis zum nächsten Waffeneinsatz.  

Dieses Rezept – und viele andere – findet sich in „Brunos Kochbuch“, das Walker, unter tätiger Mithilfe seiner Ehefrau, Julia Watson, herausgebracht hat. Fotografiert wurde es in der eigenen Küche, darauf legte sie Wert – „sie hat immer recht“, lächelt Walker. Der Erfolg des Kochbuches zeigt: Stimmt. 

Es ging hervor aus der Krimi-Reihe Walkers über „Bruno, Chef de police“, so der Titel des ersten Bandes, erschienen 2008. Titelheld Bruno Courrèges, ist jedoch nicht nur Polizist, sondern auch Tennislehrer und Frauenschwarm in dem erfundenen Ort Saint Denise im Périgord. Vor allem aber ist er Gourmet. Wenn er am Herd steht, geht sein Autor sehr gerne mit ihm ins Detail. Auch dafür lieben die Leser und Leserinnen seine Bücher. Es mag schon sein, dass Martin Walker, Historiker, Journalist und Krimi-Autor in seiner Zunft das ist, was der viel besungene Johnny Walker unter den Whiskeys ist, wie ein Journalist erst kürzlich feststellte. Und was Walker, sagt er, auf seinem Grabstein eingemeißelt haben will. Aber jüngst erst wurde „Brunos Kochbuch“ zum besten französischen Kochbuch gekürt. „Ausgerechnet ein Schotte erhält diesen Preis! Die Franzosen waren erschüttert!“ lacht Walker. Doch ihm ist es, natürlich, eine Ehre und eine diebische Freude. 

Wie wichtig gutes Essen sei, habe er so richtig erkannt, als er als Anfang der 90er-Jahre Korrespondent in Moskau war, berichtet er. Dass ihn dann sein Weg ausgerechnet ins Périgord führte, einen lieblichen Landstrich im Südwesten Frankreichs, und dann von dort aus nach Potsdam – das scheint, wenn man genau hinhört, wie eine logische Konsequenz seines Lebens. Wie genau das alles zusammenhängt, hat er Stefanie Schuster in unserem Podcast erzählt.

Foto: © Klaus Einwanger, Diogenes Verlag

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