LIT:podcast

​Zum Ende des 200. Jubiläums: Glückwunsch, Fontane!

STEFANIE SCHUSTER IM GESPRÄCH MIT ANNE-DORE KROHN UND DENIS SCHECK

„Humorlose Menschen sind mir schrecklich“: Fontane neu gelesen

Es braucht eigentlich zehn Leben, um Fontane in seiner Gänze zu umfassen, sagt die rbb-Kultur-Redakteurin Anne-Dore Krohn, die gemeinsam mit dem Literaturkritiker und Moderator Denis Scheck für LIT:potsdam eine gemeinsame Lesung aus Werken des „Wanderers durch die Mark Brandenburg“ zusammenstellte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was fanden die beiden nicht alles, als sie, mit ordentlichem Abstand zu Schullektüren-Pflicht und Balladen-Bildungskanon, die gesammelten Werke des vor 200 Jahren geborenen Klassikers neu durchsahen! Zum Beispiel,  dass die Bücher, für die Fontane früher gelobt wurde und die zu seiner Zeit Schullektüre waren, heute ganz vergessen sind - es handelte sich um Militär- und Kriegsberichterstattung. Dass er als Propagandist Preußens auch mal Fake News verbreitete, als er durch London zog, um seine Auftraggeber ins rechte Licht setzte. Dass er auch abschrieb, wenn ihm die eigenen Beobachtungen nicht spannend und umfassend genug erschienen. Unter dem Fontane Zitat „Humorlose Menschen sind mir schrecklich“, fassten Anne-Dore Krohn und Denis Scheck ihre Erkenntnisse zusammen, die sie mitten im Fontane-Jubiläumsjahr im ausverkauften Palais Lichtenau einem vergnügten Publikum vortrugen.

Der Podcast mit Stefanie Schuster zum Ende des Fontane-Jahrs hält noch eine Ausgrabung bereit: den Fragebogen, den Fontane 1891 ein wenig griesgrämig beantwortete – und dem Anne-Dore Krohn und Denis Scheck noch eine eigene Version hinzufügen.

Foto: © Dirk Bleicker