EUROPA – EIN GESCHICHTENSCHATZ

Ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr "Sharing Heritage"

 

Bedeutende europäische Autor*innen wie Sofi Oksanen (Finnland), Arnon Grünberg (Niederlande), Janne Teller (Dänemark) oder Slavenka Swartz (Kroatien und Schweden) wurden eingeladen, eine Geschichte aus ihrem Land zu benennen, die ein literarisches Kleinod darstellt. 

„Die Grenzen von Raum und Zeit gelten für gute Geschichten nicht“, schrieb Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die 2018 den LIT:potsdam-Beitrag zum Kulturerbejahr als eines von fast 40 gesamtstaatlich bedeutsamen Projekten aus ihrem Etat unterstützte.  

Am „Europäischen Geschichtenschatz“ teilhaben

Der eingesammelte Geschichtenschatz  setzt seine Reise durch Brandenburg auch in diesem Jahr fort: Wieder besuchen wir Partnerinstitutionen im Land, denen wir in Offenen Lesekreisen die Geschichten aus Europa nahe bringen. 

Besondere Geschichten kennenlernen – im Gespräch mit anderen Menschen. Das ist die Idee der Offenen Lesekreise. Sie richten sich nicht nur an Literaturinteressierte, sondern auch an Menschen, die sonst wenig Kontakt zu Literatur haben und über die europäischen Geschichten in den Austausch mit anderen treten wollen. Die Lesekreise finden in Bibliotheken, Jugendzentren und an anderen Orten statt; Gastgeber sind ausgebildete Leseleiter.

2018 haben bereits zahlreiche Partner in Brandenburg an den Offenen Lesekreisen beteiligt; viele von ihnen wollen die begonnenen Lesekreise fortsetzen – und neue können dazu kommen.

Sind Sie auch in einer Institution aktiv, die Menschen zusammenführt? Das können Frauen- oder Familienzentren sein, Kultureinrichtungen, aber auch Pflegeheime, Leseclubs, Bürgervereine…

 

Wenn Sie Interesse haben, an einem der Offenen Lesekreise 2019 teilzunehmen, wenden Sie sich an echy@litpotsdam.de 

Die Teilnahme ist kostenfrei.

LITERATURERLEBNISSE FÜR ALLE!

Vermittlungsprogramm Offene Lesekreise – Nachhaltigkeit gewünscht

Partner für Offene Lesegruppen sind Einrichtungen unterschiedlichen Typus’ – von Bibliotheken bis hin zu Seniorenpflegestätten. In einem Modellversuch wird dabei in diesen Einrichtung die in England entwickelte Methode des „Shared Reading“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine schwellenlose, für Menschen jeden Alters und jeden Bildungsgrades geeignete Form gemeinschaftlichen Lesens und Sprechens über literarische Texte. 

Die Teilnahme an dem Vermittlungsprogramm Offene Lesekreise ist für alle Seiten kostenfrei und erfordert keinerlei Vorbildung oder Vorbereitung. Für die Durchführung eines Offenen Lesekreises wird lediglich ein geschlossener, ruhiger Raum mit Stühlen benötigt. Es sollte ein Kreis von zehn bis maximal 15 Personen zusammenkommen. ​

So laufen die Offenen Lesekreise ab

In diesen von den Leseleitern geleiteten Gruppen machen die Teilnehmenden in einem geschützten Raum die gleichermaßen gemeinschaftsstiftende wie individuell wohltuende Erfahrung des Austausches mit anderen Menschen über existentielle Themen, wie sie Gegenstand avancierter literarischer Texte sind. 

Da die Texte vom Leseleiter laut vorgelesen werden und die Teilnahme grundsätzlich kostenlos ist, erfüllen die Lesegruppen im besonderen Maße das Kriterium einer schwellenlosen, sich an alle richtenden, auf Teilhabe angelegten Form von Literaturvermittlung: Es bedarf keinerlei Vorkenntnisse, es bedarf nicht einmal der Fähigkeit zu lesen, um die literarischen Texte kennenzulernen und sich über ihre Inhalte mit anderen Menschen auszutauschen.

 

In diesem Austausch, dem gemeinsamen Entdecken und Erforschen der Texte erfahren sich die Teilnehmenden zudem als wertvolles, bedeutendes Mitglied einer Gemeinschaft – eine Erfahrung, die viele Menschen heute in ihrem Alltag nicht mehr machen. Zugleich machen sie die Erfahrung der Wertschätzung anderer, ihnen unbekannter Menschen – indem sie im Gespräch über Literatur deren Hinweise und Gedanken als aufschlussreich in der Auseinandersetzung mit dem Text wahrnehmen. 

Und schließlich erlebt sich die Gruppe als „kreatives Team“, das in seiner gemeinschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Text tiefer reichende Erkenntnisse gewinnt als das beim individuellen Lesen möglich wäre. 

ZUM HINTERGRUND

Eine ertragreiche Arbeit: Der „Europäische Geschichtenschatz“ im Rahmen der LIT:potsdam 2018

Im Rahmen des Literaturfestivals LIT:potsdam wurde mit der Arbeit an der Sammlung zu einem Europäischen Geschichtenschatz begonnen. 

Es konnten insgesamt Beiträge aus 15 Ländern der EU zusammengetragen werden, nach der oben skizzierten Vorgehensweise. Unter den BeiträgerInnen fanden sich einige sehr prominente AutorInnen wie Sofi Oksanen (Finnland), Arnon Grünberg (Niederlande), und Janne Teller (Dänemark) – Persönlichkeiten, die besondere Autorität und Wertschätzung seitens der Literaturszene dieses Landes genießen. Darunter auch Terézia Mora, die kurz nachdem sie ihre Teilnahme am Projekt zugesagt hatte, mit dem Büchner-Preis 2018 ausgezeichnet wurde. 

Alle BeiträgerInnen drückten im Zuge ihrer Mitarbeit aus, dass sie das Projekt für gleichermaßen wichtig wie notwendig hielten und sich aus diesem Grunde aus voller Überzeugung daran beteiligten. Ferner erkundigten sich alle nach der Möglichkeit, die entstehende Sammlung in die Sprache ihres Landes übersetzen zu lassen.

Diese durchweg positive Rückmeldung seitens der Teilnehmenden – die sich auch in der Substanz ihrer Beiträge niederschlägt – war an sich bereits eine große Bestätigung der Idee des Projekt. Im Austausch über die Geschichten, in der von den AutorInnen zum Ausdruck gebrachten Freude über die Teilnahme anderer bedeutender SchriftstellerInnen, im Nachfragen nach den Geschichten aus den anderen Ländern entstand um das Projekt herum eine Form der „Gelehrtenrepublik“, eine Korrespondenz über alle Grenzen hinweg, die – historisch betrachtet – eine der Grundlagen des europäischen Gedankens ist.

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