ROBERT MENASSE

© Rafaela Pröll/Suhrkamp

Robert Menasse ist einer der großen Autoren unserer Gegenwart – und einer, dessen mit Verve vorgetragenen literarischen Interventionen immer wieder Anstoß erregen. Mangelnde Publicity war nie sein Problem: der 1954 geborene Österreicher Robert Menasse hat mit seinen Romanen von Beginn seines literarischen Schreibens etwa mit der vielgefeierten „Trilogie der Entgeisterung“ an sehr viel Aufmerksam gefunden. In „Die Vertreibung aus der Hölle" von 2001 spürte er zwei jüdischen Biographien im Abstand von vier Jahrhunderten nach, mit „Don Juan de la Mancha oder Die Erziehung der Lust" schrieb er einen glänzend konstruierten Gesellschaftsroman. 

Menasses literarischer Ehrgeiz und sein ansteckender politischer Enthusiasmus für Europa gipfelte 2017 in dem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman „Die Hauptstadt“: eine grandiose Liebeserklärung an Europa und gleichzeitig eine blendend recherchierte Innenansicht über die Arbeit der Europäischen Kommission. Zudem einer der wenigen Romane, deren Schlusssatz „Fortsetzung folgt“ nicht wie eine Drohung wirkt. 

 

Denis Scheck 

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